Noch gestern galt Alireza Arafi als einziger potenzieller Nachfolger Ali Khameneis nach dessen Tod am 28. Februar unter einem israelischen Luftangriff. Arafi gehörte zu dem Trio von Übergangsleadern, die für den Fall des Todes des Obersten Führers vorgesehen waren. War er nicht jahrelang Khameneis engster Vertrauter gewesen? Er trug die Verantwortung für all seine Entscheidungen und Verbrechen mit, insbesondere für seinen brutalen Befehl, friedliche Demonstranten ohne Vorwarnung zu erschießen, was am 8. und 9. Januar 2026 zum Tod Zehntausender Iraner, Männer, Frauen und Kinder, führte, die auf offener Straße niedergeschossen wurden. Zu weiteren mutmaßlichen Nachfolgern zählten der sehr konservative Mohsen Araki und Hassan Khomeini, Enkel von Ayatollah Khomeini, dem Gründer der Islamischen Republik im Jahr 1979.
Doch seit dem 6. März, als israelische und amerikanische Bomben auf das Reich der Mullahs fielen, ist ein Name immer wieder in den Vordergrund gerückt: Wie sein Vater trägt er einen graumelierten Bart und den schwarzen Turban der Sayyids, der Nachkommen des Propheten Mohammed. Es ist Mujtaba Khamenei, 56, eines der sechs Kinder des ehemaligen Obersten Führers. Man geht davon aus, dass er als dessen Nachfolger vorgesehen ist, auch wenn dies noch nicht offiziell verkündet wurde.
Mujtaba agierte diskret und unauffällig im Hintergrund seines Vaters, aber er ist aus zwei Gründen mächtig geworden. Zum einen aufgrund seiner Verbindungen zur schwer bewaffneten Miliz des Regimes, den 200.000 Revolutionsgarden, insbesondere deren Quods-Einheit, der Speerspitze der destabilisierenden Bestrebungen seines Vaters im Nahen Osten und in der islamischen Welt. Als Fanatiker mit militärischer Denkweise könnte er durchaus derjenige gewesen sein, der den Massenmord an der iranischen Bevölkerung im Januar 2026 angezettelt hat. Ali Khamenei „hatte einen Teil seiner Führungsverantwortung an seinen Sohn delegiert“, der eng mit dem Kommandeur des Pasdaran-Korps sowie mit der Basij-Repressionstruppe zusammenarbeitete. Letztere bilden eine mobile Polizei, die gegen das noch unbewaffnete iranische Volk einen inneren Krieg führt, währen das Land von Aussen angegriffen wird. Ein seltener Fall, aber eine Fondapol-Umfrage hat vor ca. einem Jahr festgestellt, das 81 Prozent des Bevölkerung die Mullahs los werden will. Diese wollen also umgekehrt 81% der Bevölkerung loswerden. Die leaders der Opposition, darunter der Prinz Reza Pahlavi, haben deswegen der Bevökelkerung empfohlen nicht mehr auf den Strasssen zu demonstrieren.
Die Website des US-Finanzministeriums hat vermerkt, das gegen Khameneis Sohn seit 2019 wegen Betrugs ermittelt wird. Der zweite Grund für Khamenei Juniors Macht liegt in der Tat im gewaltigen Vermögen, das seine Familie, an dem er Anteile hält, dem iranischen Volk gestohlen hat. Der Sohn des ehemaligen Obersten Führers soll ein weitverzweigtes Netzwerk von Briefkastenfirmen im Ausland leiten. Berichten zufolge besitzt er außerdem Immobilien in London, eine Villa in Dubai und Luxushotels in Frankfurt am Main und auf Mallorca. Sein Vermögen soll enorm sein. Wahrenddessen hungert und stirbt vor Durst das iranische Volk, da die Versorgung mit Wasser vielerorts unterbrochen ist.
Der Khameneis Sprössling wurde am 8. September 1969 in der frommen Stadt Maschhad geboren. Er studierte Theologie in der heiligen Stadt Qom südlich von Teheran, wo er auch lehrte. Er erreichte den Rang eines Hojatoleslam, einen Titel für Geistliche mittleren Ranges, unterhalb des Ayatollah, den sein Vater und Ruhollah Khomeini innehatten. Sollte Mujtaba Khamenei, der bei den jüngsten israelischen Angriffen auch seine Frau Zahra Haddad-Adel verlor, zum Nachfolger seines Vaters ernannt werden, würde er ins Visier Israels geraten. „Jeder vom iranischen Terrorregime eingesetzte Führer ist ein unmissverständliches Ziel für die Eliminierung“, erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am 4. März. Israel hat seine menschlichen Ziele praktisch noch nie verfehlt. Darüber hinaus verkündete Donald Trump am 6. März, dass er jegliche Verhandlungen ablehne und die bedingungslose Kapitulation der Mullah-Regierung in Teheran fordere. (C’l’Europe. Médias. 6-7/03/2026)
