Catherine Trautmann, 75, kehrt nach 25 Jahren an die Spitze des Straßburger Rathauses und der elsässischen Eurometropole (EMS) zurück – einer strategisch wichtigen Position auf unserem Kontinent in der Stadt, die das Europäische Parlament beherbergt.
Die gebürtige Elsässerin besiegte die scheidende grüne Bürgermeisterin Jeanne Barseghian, 45, und bildete eine große Koalition mit der gemäßigten, neogaullistischen Partei Les Républicains (LR). Traditionelle Sozialisten sind nicht ungeteilt begeistert von diesem rechtsgerichteten Bündnis, doch das benachbarte Deutschland wird sich in diesem Modell wiedererkennen, das der CDU/SPD-Regierung von Friedrich Merz ähnelt.
Statt sich auf ihr Engagement als Umweltschützerin zu konzentrieren, beging Frau Barseghian den schweren Fehler, sich im Wahlkampf mit der linksextremen, propalästinensischen und antisemitischen Partei La France Insoumise (LFI) zu verbünden. Man kann wohl annehmen, dass die Elsässer dies nicht schätzten.
Frau Trautmann lehrte an der Universität ihrer Stadt, war dann Kulturministerin in Lionel Jospins französischer sozialistischer Regierung um die Jahrhundertwende und später, nachdem sie bereits vor 25 Jahren Bürgermeisterin gewesen war, war sie bis heute Mitglied des Europäischen Parlaments.
Die Europäer setzen auf ihre Erfahrung und ihr Engagement für die EU; die Elsässer auf ihre tiefe Verwurzelung in ihrer schönen Stadt und Region. (JP Picaper, Verein „C’l’Europe“. 04.12.26)
