Ein würdiger Sohn des Vaters

Der neue iranische politische und religiöse iranische Führer, Moschtaba Khamenei, trat am Sonntag, dem 8. März 2026, die Nachfolge seines Vaters Ali Khamenei an. Äußerlich hat sich dadurch kaum etwas verändert: dasselbe Profil, dieselbe Kleidung, der dunkle Bart, dieselbe Gelehrtenbrille und der schwarze Turban derer, die ihre Abstammung vom Propheten beanspruchen. Seine erste Rede wurde mit Spannung erwartet, da er noch nie eine gehalten hatte. Er ist weder ein großer Prediger seiner Religion noch eine intellektuelle Leuchte.

Seine Wahl durch den Expertenrat, der mit der Prüfung der Thronfolger beauftragt ist, verdeutlichte die anhaltende Macht des Khamenei-Clans und die Transformation der Islamischen Republik in eine erbliche Familientheokratie. „Nichts ändert sich außer zum Schlechteren“, so könnte das Stichwort dieser Wahl lauten. Der mörderische Islamismus, der den neuen iranischen Machthaber hervorgebracht hat, steht im Einklang mit dem Geist des Propheten und seiner schiitischen Nachfolger – Prediger des Todes und nicht der Nächstenliebe wie im Christentum oder des Lebens wie im Judentum. Moschtaba wurde heimlich, einstimmig und ohne Debatte in einer Videokonferenz gewählt, um den Mossad und seinen Schützen zu entgehen. Es bestand ein dringendes Bedürfnis, der Welt zu beweisen, dass das Regime überleben würde. Doch nichts ist ungewisser. Die Wahl von Moschtaba Khamenei, einem bereits blutbefleckten Tyrannenlehrling, folgt der Logik eines totalen Krieges.

Das Problem ist, dass Moschtaba, dessen rachsüchtige Proklamation vor dem Hintergrund zunehmender Spekulationen über seinen Gesundheitszustand von einer Sprecherin im Fernsehen verlesen wurde, weiterhin unsichtbar ist. Er sollte verletzt worden sein, hieß es. Es soll also keine sonderlich ernste Verwundung sein, aber man könne ihn nicht vorführen, heißt es. Ist das jedoch nicht eine weitere Lüge dieses heuchlerischen Regimes, wovon kein wahres Wort zu erwarten ist? Wurde ihm im Grab gesagt, dass er gewählt worden sei? Gehört er nicht bereits zu den Auserwählten in Mohammeds Paradies? Drei Tage lang schufen die Mullahs die Illusion seiner Präsenz auf Erden und des Fortbestands des Regimes, unter anderem mithilfe einer KI-generierten Sequenz im Fernsehen, die man sehr schnell zurückzog. Schließlich mussten sie doch zugeben, dass es keine Wunder gibt. Der Supermullah, der bei dem israelischen Angriff auf das Präsidentengebäude seinen Vater und einen Teil seiner Familie verlor, wurde Berichten zufolge schwer an Beinen und Gesicht verletzt. Er ist daher schwerbehindert und konnte nicht auftreten, ohne die Minderheit, die das System unterstützt, zu demoralisieren. Die Machtübergabe vom Vater auf den Sohn konnte daher nicht visuell vollzogen werden. Dennoch hielten es die bewaffneten religiösen Führer für vorteilhaft, eine Erbmollahrchie nach dem Vorbild der Monarchie wiederzubeleben, gegen die sie 1979 gekämpft hatten, um die Macht zu ergreifen. Ein Beweis für ihre Verzweiflung und ihre Wahrnehmung des  Hasses, der ihr von der Bevölkerung entgegengebracht wird.

Moschtaba der Erste, zweiter Sohn unter den sechs Kindern des verstorbenen Obersten Führers Ali, wurde am 8. September 1969 in der frommen Stadt Maschhad geboren. Er absolvierte ein mittelmäßiges Theologiestudium in der heiligen Stadt Qom südlich von Teheran, wo er Berichten zufolge auch lehrte. Er erreichte lediglich den Rang eines Hojatoleslam, einen Titel für Geistliche zweiten Ranges, der unter dem des Ayatollahs liegt den seine beiden Vorgänger innehatten: sein Vater, der seit 1989 Oberster Führer war, und der Staatsgründer Ruhollah Khomeini, der 1979 Oberster Führer geworden war. Bei dem israelischen Luftangriff am 28. Februar, der Ali Khamenei zusammen mit etwa vierzig weiteren Mitgliedern der Nomenklatura des Regimes überraschend auslöschte, verlor er nicht nur seinen Vater, sondern auch seine Mutter und seine Frau Zahra Haddad-Adel, die Mutter seiner drei Kinder, und möglicherweise auch eine Tochter.

Als theoretischer Überlebender der Anschläge vom 28. Februar wurde Khamenei Jr. zweifellos vom Sicherheitsrat ausgewählt, weil er Rache und totalen Krieg verkörpert. Es war sicher, dass er ohne Rücksicht auf Verluste zuschlagen würde. Ihm wird eine militärische Denkweise nachgesagt, da er in jungen Jahren am Iran-Irak-Krieg teilnahm, allerdings erst gegen Ende, nicht unter Beschuss. Wir berichteten bereits in dieser Publikation über seine engen Verbindungen zu den Milizen des Regimes, den Pasdaran und Basij, die für den internen Krieg gegen die iranische Bevölkerung verantwortlich sind. Er steht zu Recht im Verdacht, seinem Vater, für den er als bürokratischer Aufpasser fungierte, geraten zu haben, am 8. und 9. Januar wahllos und ohne Unterschied von Geschlecht oder Alter mit scharfer Munition in die Menge der Demonstranten zu schießen, mit der Absicht zu töten. Seine Handlanger erledigten anschließend die Verwundeten in den Krankenhäusern und töteten dabei auch einige der behandelnden Ärzte. Die Opferzahl: Mindestens 40.000 unbewaffnete Zivilisten wurden getötet. Und fast ebenso viele sitzen in Gefängnissen, darunter junge Menschen und sogar Kinder, die auf ihre Hinrichtung warten. Ein beispielloser Zustand seit Anbeginn der historischen Zeiten.

Moshtaba hatte zudem 2005 den Weg zur iranischen Präsidentschaft für den Psychopathen Mahmud Ahmadinedschad geebnet, der wie er die Vernichtung Israels zu seinem Leitprinzip gemacht hatte. Anschließend vertuschte er die Wahlfälschung bei der Wiederwahl seines Schützlings 2009.
Das iranische Volk protestierte gegen diesen Wahlbetrug. Dies führte zu einer blutigen Niederschlagung des Aufstands, der als Grüne Revolution bekannt wurde. Beispielsweise wurden während der Proteste der Grünen Bewegung im Jahr 2009 150 Menschen getötet. Ein Mitglied des Regimes, ebenfalls ein Konservativer, sagte: „Nun ja, vielleicht sind wir etwas zu weit gegangen.“ Mosthtaba Khamenei erwiderte: „Nein, wir hätten sie alle verbrennen sollen.“ 

Die Streitkräfte faszinierten ihn mehr als Philosophie und Metaphysik. Er verdiente sich seine Sporen, indem er sich für seinen Vater unentbehrlich machte und Eindringlinge und Rivalen aus dessen Büro fernhielt. Er soll seinen Vater sogar abhören lassen haben. Vor allem aber kultivierte er seine Paranoia.

Der Essayist Vincent Hervouet bemerkte am 9. März im TV-Sender Europe 1: „In der Familie Khamenei ist jede Generation weniger gebildet als die vorherige. Großvater Jafa war eine Leitfigur für Islamisten. Vater Ali verdankte alles Khomeini, war aber kein großer Denker. Die Familie Khamenei verdankt alles dem Nepotismus.“ Laut diesem scharfsinnigen Beobachter hat die Familie Khamenei innerhalb des Islam eine „dynastische Theokratie“ errichtet, die an die Borgias erinnert, mit einem Papst, der der Sohn eines Papstes ist. In Italien hingegen regierte der Neffe 40 Jahre lang nach seinem Onkel. Diesmal fiel die Thronfolge acht Tage nach dem israelischen Angriff auf den Präsidentenpalast, in dem er sich mit seinem Vater aufhielt, auf ihn zu. Beobachter fragen sich allmählich, ob er nicht schon längst im Paradies ist, wie Mohammed.

Der Mossad hat angekündigt, den Sohn nach dem Vater zu töten. Auch Donald Trump hat dies angekündigt und öffentlich erklärt. Der Amerikaner äußerte, er sei mit Teherans Wahl von Moshtaba Khamenei unzufrieden. Ali al-Arijani, der skrupellose Chef des iranischen Geheimdienstes,und Moschtaba Khamenei werden ein Terroristen-Duett an der Spitze eines Schurkenstaates bilden, das das letzte Kapitel des seit 47 Jahren wütenden Staatsterrorismus sein könnte. („C’l’Europe“.“ JPP. Mit den Medien)