Freude und Tragik im Iran

Sie tanzten und sangen in Teheran an diesem ersten Tag eines langen Frühlingsmonats. Junge Frauen nahmen ihre islamischen Schleier ab und warfen sie zu Boden; sie lösten ihre finsteren schwarzen Dschallabas und zertrampelten diese Lumpen, um moderne Shorts oder Röcke zu enthüllen. Sie genossen die Freiheit, sich selbst zu sein, Herrin über den eigenen Körper, ohne Bassidschi-Milizen, die einen verhaften, ohne Pasdaran, die den Demonstranten eine Kugel in den Bauch schiesssen. Sie holten sich das den Frauen so teure Recht zurück, sich nach Belieben zu kleiden. Die iranische Straße war wieder im Besitz des Volkes. Gewandelt von Zielscheiben zu Kämpferinnen, von Opfern zu Egerien, gaben sie dem seit 1979 versklavten iranischen Volk das Recht zu existieren zurück, die Herrschaft über die Straßen seiner Städte, ohne wie Tontauben beschossenzu werden. Sie öffneten in den jubelnden Mengen Lebensräume ohne fromme Bärte und herrschsüchtige Turbane, die den Anblick beleidigen,  und zeugten von der Wiedergeburt einer zivilisierten Nation.

Während das rabiate Regime von Ali Khamenei zerfällt, das sich in seinem mystagogischen Wahnsinn eingebildet hatte, seinem Teil der Welt den schiitischen Deviationismus aufzwingen zu können, konzentrieren wir uns auf diese iranische Volksfreude über die Rückkehr zur Freiheit. Verkörpert wird sie durch die Frauen, die in den Straßen tanzten, in denen drei Wochen zuvor ihr Blut und das ihrer Männer und Kinder noch geflossen war. Der Schatten des verstorbenen sogenannten „Obersten Führers“, der von Amerika und Israel meisterhaft mit einem Grossteil seiner Clique beseitigt wurde, schlägt um sich herum weiter zu, im Glauben, einen Weltkrieg auszulösen, selbst gegen seine potenziellen arabischen Verbündeten, die der schiitische Iran sich zu Feinden macht. Als besäße er bereits die Atomwaffe – jenes Feuer Gottes, das ihn zum Herrn der Welt machen sollte. Der Beschuss des Persischen Golfs, von Tel Aviv und Jerusalem mit ayatollesken Raketen und Drohnen wird noch Wochen lang  die Seiten und Sendezeiten der Weltmedien füllen, doch unsere bescheidenen europäischen Gruppierungen „C’l’Europe“ und „Europa sein“ werd sich stets auf die Rückkehr der Freude im Iran nach einem halben Jahrhundert pietistischer Dunkelheit zurückbesinnen und konzentrieren.

Unser Vogelsymbol „Foenix“ stößt keinen Kriegsschrei aus, sondern ein Lied der Freude – das Lied des 1. März in tiefer Übereinstimmung mit dem großen iranischen Volk, das so sehr gelitten hat. Zusammen mit dem kleinen israelischen Volk, das an einem 7. Oktober grausam verstümmelt wurde, aber zum Leuchtturm des freien Westens wurde. Wir haben über den Äther gehört, wie Schah Reza Pahlavi seinen Landsleuten fest auf der Erde verankerten und nicht durch Galgenknoten am Himmel aufgehängten Staat versprach, der die antiken Weisheiten respektiert, aber säkular und frei von religiösen Knechtschaften ist – ein humanistischer Staat vom Volk und für das Volk, Dieser 1. März 2026 wird als das jahrtausendealte Datum des Endes eines halben Jahrhunderts koranischer Unterdrückung in Erinnerung bleiben. Iraner jeden Alters und beider Geschlechter bekundeten freudig ihr Recht auf ein eigenes Vaterland, auf die Liebe zu einem beraubten Land, das sie endlich zurückerhalten werden. Sie ermessen wieder seine wahre, dreitausendjährige Dimension, die von finsteren Greisen konfisziert worden war. Diese beriefen sich auf einen anonymen, gesichtslosen Gott, dessen Gesandte sie zu sein vorgaben, um ihre Mitbürger dafür zu bestrafen, dass sie nicht bereuten, am Leben geblieben zu sein. Was am 28. Februar 2026 im Iran geschah, war weit mehr als ein regionales historisches Ereignis. Die Hinrichtung von 48 genozidalen Usurpatoren durch einen gezielten Schlag der israelischen Luftwaffe auf ein Gebäude in Teheran, in dem sie sich in Sicherheit wähnten, wird ein Sprung der Menschheit in ihre Zukunft bleiben – hin zur Rückeroberung des Rechts zu sagen: „Ich denke, also bin ich“.

Dieses „Recht auf Sein“ im Gegensatz zum „Nichtsein“ und zur Unterwerfung beinhaltet die Freude, Frau oder Mann im vollsten Sinne des Wortes zu sein, ohne Gefahr zu laufen, gesteinigt, vergewaltigt, geschlagen, gefoltert und dann gehängt zu werden. Die Bürgerinnen und Bürger des Irans schlugen das Kapitel von fünf Jahrzehnten islamistischem Albtraum in ihrem großen und majestätischen Land Iran zu. Ein Land, das man wehrlos einer als Religion getarnten Ideologie ausgeliefert hatte, damit engstirnige und heuchlerische Unfähige über Leben und Tod von Unglücklichen entscheiden konnten, die in ihre Fänge geraten waren, während sie den gesamten Reichtum zu ihrem Vorteil an sich rissen. Ihre Rechtfertigung: Ein mephistophelischer Mythos habe sie autorisiert, in den letzten Wochen Zehntausende und in den letzten Jahrzehnten Hunderttausende Menschen niederzumetzeln, indem sie alle Freiheiten und Menschenrechte erdrosselten.

Vielleicht ähnelt die Freude über die

Ausschaltung der Henker jener, die man bei der Hinrichtung von Qassem Soleimani, dem Chef der iranischen Quds-Einheit der Islamischen Revolutionsgarde, am 3. Januar 2020 auf dem internationalen Flughafen von Bagdad im Irak unter amerikanischem Beschuss empfand; jener Freude, die man über den Hubschrauberunfall von Ebrahim Raisi am 24. Mai 2024 empfand, den Allah nicht verhindern konnte. Raissi war als Generalstaatsanwalt der legitime Henker des iranischen Volkes und wurde 2020 zum Präsidenten der Islamischen Republik Iran ernannt, um ihn für seine Verbrechen zu belohnen. Und schließlich jene, die man über Ali Khameneis Ableben, den blutrünstigsten aller iranischen Würdenträger, empfand, der zusammen mit 48 weiteren Mitgliedern seiner Bande durch einen gezielten Schuss aus Israel getötet wurde. Doch all dies wird nicht ausreichen, um dieses Regime von Verbrechern zu stürzen, das von der europäischen Linken lange verehrt wurde.

Haben sie eine letzte Karte im Ärmel versteckt? Oder eine letzte Patrone, um die Welt zu vernichten, bevor sie vor Satan Rechenschaft ablegen? Ja, sicher. Jahre und Monate lang haben sie Dronen, Missilen und ihre Startrampen in sehr grosser Zahl insgeheim hergestellt, um Tod und Chaos im ganzen Nahost zu säen. Sie hoffen, aus ihrem Regionalkrieg einen Weltkrieg zu machen. Der ehemalige sozialistische französische Premierminister Emmanuel Valls erklärte kürzlich, dass ihr apokalyptisches System vielleicht nicht ohne eine spektakuläre Katastrophe untergehen würde und dass man dringend handeln müsse, um das Böse zu vernichten. Doch es scheint wohl so zu sein, dass sie die Atomwaffe noch nicht besitzen, die sie kurz davor waren zu erwerben, Israel und Saudi-Arabien habne Donald Trump unter Druck gesetzt, damit er endlich handelt. Dafür musste Benjamin Netanjahu dem Amerikaner garantieren, dass er Khamenei im Visier hatte und dass dieser endlich für seine Verbrechen bezahlen würde, Der bludurstige Iran-Führer hatte Verhandlungen mit Trump mitBeleidigungen abgelehnt

Es muss Gerechtigkeit wieder herrschen, damit dieses große Land, Erbe des antiken Persiens am Scheideweg zwischen Europa und Asien, endlich den Frieden und den Wohlstand genießt, den es verdient: mit einem Wort, die Demokratie. Dafür werden lider noch viele unschuldige Iraner unter den Bomben sterben.(C’l’Europe. 1. März 2026)