Am Mittwoch, dem 12. November, landete Boualem Sansal, der seit seiner Festnahme am 16. November 2024 in Algerien inhaftiert war, kurz nach 21 Uhr in Berlin. Der französisch-algerische Schriftsteller, in Algier willkürlich verhaftet und im Juli letzten Jahres im Berufungsverfahren zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 500.000 Dinar verurteilt worden war, wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus der Haft entlassen. Das von Deutschland gecharterte Flugzeug hatte Algier am späten Nachmittag verlassen, wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Begnadigung durch den algerischen Präsidenten Abdelmadschid Tebboune. Der ehemalige Staatsgefangene, der als Geisel genommen worden war, wird in der renommierten Berliner Charité, die vor drei Jahrhunderten von französischen Hugenotten gegründet wurde, wegen seiner Krebserkrankung behandelt. Die Behandlung findet im Militärbereich des Krankenhauses statt, der der Bundeswehr vorbehalten und daher vermutlich besser gesichert ist.
Diese Befreing geht auf Frank-Walter Steinmeier zurück, der seit 2017 deutscher Bundespräsident ist und zuvor zweimal als Außenminister der SPD in der CDU-Regierung von Angela Merkel fungierte. Am Montag, dem 10. November, veröffentlichte Steinmeier die Nachricht, die er an seinen algerischen Amtskollegen Tebboune gerichtet hatte. Darin bat er ihn, den Schriftsteller zu begnadigen und ihm angesichts seines hohen Alters und seines angeschlagenen Gesundheitszustands die Ausreise nach Deutschland zur medizinischen Behandlung zu gestatten. Er fügte hinzu: „Eine solche Geste würde von humanitärer Haltung und politischer Weitsicht zeugen. Sie würde meine langjährige persönliche Beziehung zu Präsident Tebboune und die guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern widerspiegeln.“ Am selben Tag bestätigte Algerien den Eingang dieses „humanitären“ Antrags. Dies weckte die Hoffnung auf eine baldige Freilassung. Diese Hoffnung wurde schnell zur Gewissheit.
Wieder einmal demütigt Algerien Frankreich.
Der französische Botschafter in Deutschland, François Delattre, begrüßte Boualem Sansal bei seiner Ankunft und erklärte gegenüber der Korrespondentin des Figaro, er habe den französisch-algerischen Schriftsteller „überglücklich über seine Freiheit, sehr herzlich und Frankreich und seinem Präsidenten für ihre ständige Unterstützung sehr dankbar“ vorgefunden. Dennoch brüskierte der algerische Präsident den Kollegen Macron, indem er Boualem Sansal nicht nach Paris freiließ. Wie der Bürgermeister von Béziers, Robert Ménard, am 13. Oktober auf „Europa 1“ erklärte, fügten die algerischen Machthaber Macrons Frankreich eine „Demütigung“ zu.
Das Deutschland von Bundeskanzler Friedrich Merz und vom Bundespräsiedenten Steinmeier beweist einmal mehr seine Bedeutung als führende Nation Europas. Unter seinem Vorgänger hatten wir dies etwas vergessen. Deutscholand hat sich sogar zu einer Zuflucht für Verfolgte totalitärer Staaten. Die sogenannten Pariser Eliten müssen es akzeptieren, die Realität anerkennen und endlich aufhören gegen den Strom der seriösen EU-Mitgliedstaaten zu schwimmen. Ganz Europa packt an und erholft sich von den Krisen . Nur Frankreich nicht. Dabei gibt es ein Frankreich, das arbeiten und besser produzieren will und kann – auf den Feldern, in Fabriken und Werkstätten, in Laboren. Doch nicht dieses Frankreich hat eine Stimme in der Nationalversammlung, wo Demagogen aller Couleur von Rechtsaussen bis Linksaussen grosse Reden halten und stets immer mehr Gescheken ohne Gegenleistung fordern.
Die Republik von Bundeskanzler Friedrich Merz und vom Bundespräsidenten Steinmeier hat sich nicht dazu herabgelassen, Palästina, „einen nicht existierenden Staat“, wie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni es ausdrückte, anzuerkennen. Auch die Frau Meloni weigerte sich, der islamo-linken Propaganda zu verfallen, die Teile der europäischen Jugend und der politischen Klasse Europas ansteckt. Sie hat die palästinensisch-iranische politische Abstraktion „Palästina“ ebenso wegni wie Friedrich Merz völkerrechtlich nicht anerkannt. Offensichtlich zahlt sich für Macron die Verneigung vor dem Islamofaschismus der Hamas nicht. Er hat nach Umfragen gegen den Willen von Dreiviertel der Franzosen und ohne irgenjemanden zu konsultieren Palästina anerkannt und damit vor der UNO den Applaus erhalten, den er zu Hause nicht mehr bekommt. ganz im Gegenteil. Noch war das Ansehen eines französischen Präsidenten, nicht mal dasjenige des Sozialisten François Hollande im Jahr 2017 so tief gesunken wie bei Macron.
Der langen Reden kurzer Sinn : Deutschland und Algerien haben im Palais des Expositions in Algier ein Abkommen über eine institutionelle Partnerschaft zwischen der algerischen Investitionsförderungsagentur und dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterzeichnet. Deutschland wird Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte nach Algerien exportieren und im Gegenzug algerische Importe von Erdöl und petrochemischen Produkten erhalten. Das Abkommen wurde am 11. November 2025 unterzeichnet, Boualem Sansal wurde am 12. November freigelassen. (JPP.15/11/2025)
